Mittwoch, 18. August 2010

Ralph Brinkhaus besucht den Tur Abdin – Heimat der syrisch-orthodoxen Christen

 
„Von jetzt an fahren Sie auf eigene Gefahr – wir können in diesem Gebiet nicht für Ihre Sicherheit garantieren!“ Die türkischen Sicherheitskräfte, von denen die Gütersloher Delegation auf Ihrer Reise durch den Tur Abdin begleitet wird, bleiben am Militärstützpunkt zurück. Die Delegation setzt ihre Fahrt in das Militärsperrgebiet fort, in dem sich sieben christliche Dörfer befinden. Nachdem sie in den 80er Jahren vollständig verlassen worden waren, kehrt seit einigen Jahren wieder etwas Leben in diese Dörfer zurück. Die Sicherheitslage, das bestätigen alle Gesprächspartner, hat sich verbessert. Einige der heute in Europa lebenden aramäischen Christen haben ihre Häuser wieder hergestellt oder neue gebaut.
Das Gebiet wirkt – obwohl es noch immer Sperrzone ist – auch an diesem Abend im Sonnenuntergang völlig friedlich. Von den heftigen Auseinandersetzungen zwischen PKK und türkischer Armee, unter denen auch die im Tur Abdin lebenden Aramäer litten, ist heute nichts mehr zu spüren. Doch die Augenzeugen von damals erinnern sich noch, als sei es gestern gewesen: Manchmal hätten die Kämpfer der PKK zum Beispiel an die Türen der Häuser geklopft und Lebensmittel verlangt. Man habe sich bedroht gefühlt und ihnen gegeben, was sie haben wollten. Bei den türkischen Soldaten habe das den Eindruck erweckt, dass man die PKK unterstütze. Verhaftungen, Folterungen und Gefängnisstrafen konnten die Folge sein. „Wir sind zwischen die Fronten geraten. Diese Situation hat dazu geführt, dass viele Aramäer sich gezwungen sahen, ihre Heimat zu verlassen“, fasst einer zusammen.
Zum Hintergrund – der Tur Abdin: Der Tur Abdin, ein Kalksandsteingebirge, liegt im Südosten der Türkei, nahe der Grenze zu Syrien. Übersetzt steht der Name für „Berg der Knechte Gottes“. Schon im 1. Jahrhundert wurden die dort siedelnden Aramäer zum Christentum bekehrt. Aus den christlichen Gemeinden in diesem Gebiet ging die syrisch-orthodoxe Kirche hervor, der die Mehrheit der Aramäer auch heute noch angehört. Besonders im 19. und 20. Jahrhundert wurden die Christen in der Region mehrfach Opfer gewalttätiger Übergriffe. Viele Aramäer starben im Jahr des Schwertes 1915 – bekannt als Völkermord an den Armeniern. Aramäische Dörfer wurden durch Tod und Vertreibung entvölkert. Seit den 1970er Jahren fand dann ein Exodus der Christen in die Nachbarländer, die USA, nach Europa und Australien statt. Viele ehemals christliche Dörfer wurden von Kurden besetzt oder vom Militär zerstört – mit Ausnahme der sieben Dörfer im Militärsperrgebiet. Heute leben im Tur Abdin noch etwa 3.000 syrisch-orthodoxe Christen. Etwa doppelt so viele Aramäer leben im Kreis Gütersloh, in Deutschland sind es ca. 60.000-70.000 und in Europa ca. 300.000 Aramäer.
„Ich bin 80 Jahre alt“, erzählt ein Mann, der heute wieder einen großen Teil des Jahres im Tur Abdin lebt. „Wenn Sie mich nach meiner Heimat fragen, dann sage ich: Deutschland. Ich bin der Bundesrepublik sehr dankbar, dass man uns damals Asyl gegeben hat, und ich habe die besten Jahre meines Lebens in Deutschland verbracht. Aber ich bin froh über die aktuellen Entwicklungen, und dass ich heute wieder die Chance habe, dort zu leben, wo ich aufgewachsen bin.“ Das kann der Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus, der die Delegation leitet, gut verstehen. Insbesondere freut ihn aber auch das klare Bekenntnis zur Heimat in Deutschland: „Ich kann den Dank nur zurückgeben. Im Kreis Gütersloh engagieren sich viele Aramäer ehrenamtlich, unter anderem in allen politischen Parteien. Das ist eine echte Bereicherung!“ Hervorzuheben sei auch die gute Zusammenarbeit zwischen allen christlichen Kirchen vor Ort. Auch das habe sicher dazu beigetragen, dass Gütersloh schnell zur neuen Heimat wurde.
Auch Eliyo Cetin, Rechtsanwalt in Gütersloh, kennt das bewegende Gefühl, in das Dorf seiner Kindheit zurückzukehren. Mit acht Jahren hat er es verlassen; zunächst zog die Familie nach Istanbul, später dann nach Deutschland. Nach über 30 Jahren steht er jetzt zusammen mit der Delegation wieder vor der Kirche von Bakisyan. Auf den ersten Blick hat sich vieles verändert. Aber als er auf dem Dach des – heute verfallenen – Hauses seiner Familie steht, kann er sich noch genau erinnern, wo er als Kind geschlafen hat. Ischo Can, der bereits in Gütersloh geboren wurde, hat diese Erinnerungen nicht. Aber auch ihm steht das Glück in die Augen geschrieben, als man ihm das Haus seiner Familie zeigt. Vielen der deutschen Delegationsteilnehmer wird erst jetzt richtig bewusst was es heißt, die Heimat verlassen zu müssen.
Ralph Brinkhaus sagt: „Ich habe schon viel über den Tur Abdin und das Schicksal der Aramäer gehört. Aber es ist etwas ganz anderes, sich einmal vor Ort zu informieren und ein Bild von der Lage zu machen. Vieles wird mir erst jetzt richtig klar.“ Es freue ihn sehr, dass sich die Sicherheitslage verbessert hat und es nun möglich ist, das Erbe der syrisch-orthodoxen Christen des Tur Abdin zu erhalten. Denn in den letzten Jahren sind viele Kirchen und Klöster aufwendig, mit viel Eigenleistung und großer Unterstützung durch die in Europa lebenden Aramäer restauriert worden. „Ich bin begeistert von der Arbeit, die hier geleistet worden ist. Dieses Erbe ist von großer Bedeutung für alle Christen“, so Brinkhaus. „Die syrisch-orthodoxe Kirche ist die älteste christliche Kirche außerhalb Jerusalems. Die Klöster sind fast 1.700 Jahre alt. Sie stehen teilweise auf den Grundmauern von Tempeln aus vorchristlicher Zeit. Es ist schon ein bewegendes Gefühl, zum Beispiel im Kloster Mor Gabriel zu Gast zu sein und zu übernachten – einem der ältesten Klöster der Welt.“ Er könne nur jeden ermutigen, sich vor Ort einmal selbst einen Eindruck zu verschaffen.
Zum Hintergrund – das Kloster Mor Gabriel: Das Kloster Mor Gabriel wurde im Jahre 397 gegründet und erhielt im 7. Jahrhundert seinen Namen – nach dem dort residierenden Bischof Gabriel (Heiliger Gabriel). Das Kloster war und ist ein bedeutendes geistiges und kulturelles Zentrum der syrisch-orthodoxen Christen. Im Jahr des Schwertes 1915 wurden alle Bewohner des Klosters umgebracht, 1919 wurde es wieder bezogen. Zwischen 1950 und 2000 wurden Wasser- und Stromversorgung eingerichtet, eine Straße zum Kloster gebaut und Gärten zur Selbstversorgung der Bewohner angelegt. Derzeit sind drei Gerichtsverfahren anhängig, die das Kloster betreffen. Viele Beobachter sind der Auffassung, dass von den gegnerischen Parteien eine Schließung des Klosters oder eine massive, das Kloster in seiner Existenz bedrohende, Verschlechterung der Rahmenbedingungen verfolgt wird. Der Deutsche Bundestag hat sich in der 16. Legislaturperiode eindeutig zum Kloster Mor Gabriel bekannt. Auch Bundestagspräsident Prof. Lammert hat im Februar diesen Jahres einen entsprechenden Appell an die Türkei gerichtet. Der Rat der Stadt Gütersloh hat 2009 eine Resolution verabschiedet und sich darin für die Achtung der Minderheitenrechte von syrisch-orthodoxen Christen in der Türkei ausgesprochen.
Bischof Timotheos Samuel Aktas hat die Delegation aus dem Kreis Gütersloh nach Einbruch der Dunkelheit um sich herum versammelt, um seinen Sorgen und seinem Ärger Luft zu machen. Aufgrund der anhängigen Gerichtsverfahren sieht er die Existenz des Klosters bedroht. Ralph Brinkhaus verspricht, dass man sehr genau beobachten werde, ob die Verfahren fair geführt werden. Die Türkei müsse wissen, dass sich das Tor nach Europa nur öffnet, wenn die Religionsfreiheit und die Rechte von Minderheiten garantiert sind. Zum Abschied dankt der Bischof für den Besuch: „Besuche wie dieser garantieren unsere Sicherheit, denn sie zeigen, dass die europäischen Länder sich für den Schutz der Klosters und die Achtung unserer Rechte als christliche Minderheit in der Türkei interessieren“.
Aus demselben Grund sollte eine Woche später auch der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, den Tur Abdin bereisen und das Kloster Mor Gabriel besuchen. Wegen des Rücktritts von Bundespräsident Horst Köhler musste der Besuch jedoch leider verschoben werden. {Bild: Ralph Brinkhaus mit Pfarrer Gök von der syrisch-orthodoxen St. Maria-Gemeinde in Gütersloh}.

Montag, 19. Juli 2010

Deyrul Umur tabelasına koli bandı

Hürriyet: 15 Temmuz 2010
Mehmet Halis İŞ/MİDYAT (Mardin), (DHA)
Deyrul Umur 
tabelasına koli bandı


MARDİN'in Nusaybin İlçesi'nde restorasyon çalışmaları devam eden Süryani Mor Yakup Kilise'nin duvarlarına kimliği belirsiz kişiler tarafından sprey boyayla hakaret ve tehdit içerikli yazıların ardından Midyat İlçesi'ndeki Deyrul Umur (Mor Gabriel) Manastırı'nı gösteren kavşak tabelasının üstüne koli bandı çekildi.

Midyat'ın 1600 yıllık tarihiyle yerli ve yabancı turistlerin ilgisini çeken Deyrulumur (Mor Gabriel) Manastırı'nı gösteren kavşak yön levhasının üzerine koli bandı çekilerek kapatıldı. Midyat- Nusaybin Karayolu'nu birbirine bağlayan ve Emniyet Müdürlüğü binasının yakınında bulunan Cumhuriyet Bulvarı kavşağındaki trafik yön levhasında yer alan Deyrulumur Manastırı yazısının bir bölümünün bantla kapatılması Süryaniler'in tepkisini çekti. Midyat Süryani Kültür Derneği Başkanı Yuhanna Aktaş, çirkin davranışı gerçekleştiren faillerin biran önce bulunmasını istediklerini söyledi.

Nusaybin İlçesi'nde ‘İnanç projesi' kapsamında Mardin Müzeler Müdürlüğü tarafından restorasyon çalışmaları sürdürülen Süryani Mor Yakup Kilisesi'nin taş duvarlarına 2 gün önce kimliği belirsiz kişiler tarafından sprey boyalarla Türkçe, ‘şerefsizler defolun', ‘Nalettullah kafirler defolun', ‘Siyonist güçler defolun', ‘siyonistler defol', ‘kafirler defolun', ‘siyonist köpekler' ve Arapça ‘Allah u Muhammed' ile Kuran-ı Kerim'in tövbe süresinin 73 ayetindeki ‘Ey Peyamber kafir ve münafıklara karşı savaş' sözleri yazılmıştı.

Freitag, 16. Juli 2010

Die Stadt des deutschen Lawrence von Arabien

von Berthold Seewald

1899 entdeckte Max von Oppenheim ein Königreich in Syrien. Seine Schätze zerbarsten 1943. Jetzt wurden sie restauriert.

Es war ein Puzzle aus 27.000 Teilen. Neun Jahre lang haben Restauratoren in Berlin die Trümmer der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Sammlung Max von Oppenheims wieder zusammengesetzt. 30 Skulpturen und Reliefplatten aus dem 2. Jahrtausend v. Chr., die der deutsche Diplomat und Archäologe ab 1899 auf dem Hügel Tell Halaf im heutigen Syrien fand, wurden jetzt anlässlich des 150. Geburtstags Oppenheims von den Staatlichen Museen vorgestellt. Damit hat eines der größten internationalen Restaurierungsprojekte der vergangenen Jahrzehnte seinen Abschluss gefunden.

Max von Oppenheim (1860-1946) war eine Mischung aus Heinrich Schliemann und Lawrence von Arabien. Als Sohn eines Kölner Privatbankiers, der im diplomatischen Dienst des Kaiserreichs Karriere machte, konnte er sich die Spatenwissenschaft als Hobby durchaus leisten. Und als bekannter Orientalist mit guten Kontakten im arabischen Raum suchte er als Chef der „Nachrichtenstelle für den Orient“ während des Ersten Weltkriegs die arabische Bevölkerung des Nahen Ostens gegen die Engländer einzunehmen.

Agatha Christie kam zu Besuch

1899 entdeckte er auf dem Siedlungshügel Tell Halaf die Reste eines Fürstentums, das im 2. Jahrtausend wohl durch den Handel zwischen Mittelmeer und Zweistromland groß geworden war. Zunächst von Hurritern dominiert, kam es im 12. Jahrhundert unter aramäische Herrschaft, die wiederum von den Assyrern verdrängt wurde. Als die Stadt um 759 einen Aufstand gegen deren Imperium wagte, wurde sie zerstört.

Zwischen 1911 und 1913 sowie 1927 bis 1929 hob Oppenheim faszinierende Schätze. Da er seine fachlichen Grenzen kannte, beschränkte er sich vor allem auf die Organisation eines Teams, dem bis zu fünf Architekten, Fotografen, Ärzte und 200 Arbeiter angehörten. Die Zitadelle, Festungswerke, Paläste und Kunstwerke überzeugten bald die akademische Welt aber auch illustre Gäste wie Samuel Beckett und Agatha Christie, es mit einem der herausragenden Funde zu tun zu haben.

Später entdeckte man, dass Tell Halaf bereits im 6000 v. Chr. von Bauern besiedelt war, deren Keramik sich durch mehrfarbige geometrische und figürliche Bemalungen auszeichnet. Die sogenannte Halaf-Kultur zählt zu den ältesten Zivilisationsstufen der Sesshaftwerdung im Vorderen Orient.

Vor allem die Figurensäulen aus Basalt, die er im sogenannten Westpalast des frühen 1. Jahrtausends ausgrub, faszinierten Fachwelt und Publikum. Oppenheim brachte sie nach Berlin, wo sie ab 1930 im Tell-Halaf-Museum in Berlin-Charlottenburg ausgestellt wurden. 1943 traf eine Bombe das Haus an der Franklinstraße. Alle Exponate aus Kalkstein, Holz oder Gips verbrannten. Die Skulpturen und Reliefplatten aus Basalt zerbarsten. Ihre Reste galten als nicht restaurierbar und wurden vergessen. Ihr Entdecker, nach den Rassegesetzen der Nazis ein Halbjude, überlebte die Verfolgung in Berlin und Dresden und starb 1946 in Landshut.

Die Ausstellung eröffnet 2011

Während seit einigen Jahren die Grabungsarbeiten in Tell-Halaf wieder aufgenommen wurden, begannen, gefördert von der Max Freiherr von Oppenheim-Stiftung, die Arbeiten an den 27.000 Trümmerstücken. Dabei wurden die Löwen, Greife und Götterfiguren nicht mit Computerprogrammen, sondern in Handarbeit rekonstruiert, sagt Kurator Lutz Martin.

Die Denkmäler sollen einmal den neuen Eingang des Vorderasiatischen Museums bilden – so wie es die Pläne des Architekten O.M. Ungers vorgesehen haben. Zuvor sind sie Höhepunkte der Schau „Die geretteten Götter aus dem Palast von Tell Halaf“, die ab Januar 2011 im Vorderasiatischen Museum im Pergamonmuseum gezeigt werden soll.

Die Welt
16. Juli 2010

Mittwoch, 14. Juli 2010

1700 yıllık 'Mor Yakup'ta çirkin tehditler

Die historische syrische Kirche Mor Jakob in Nsibin wurde von Moslems mit rassistischen Parolen gegen die Syrer im Tur Abdin verschmiert, berichten mehrere türkischen Zeitungen. Dazu ein Bericht auf Türkisch./ Gabriel Rabo.

Radikal, 14/07/2010 13:26
1700 yıllık 'Mor Yakup'ta çirkin tehditler 
Nusaybin ilçesindeki kilisenin duvarlarına önceki gece sprey boyalarla hakaret ve tehdit içeren yazılar yazıldı. Belediyeye göre yazılar tek kişinin işi değil, organize .

Mardin'in 1700 yıllık Süryani kilisesi Mor Yakup'un duvarlarına 'Şerefsizler defolun', 'Siyonistler defolun' gibi yazıları yazanlar aranıyor
MEHMET ALİ BULUN
MARDİN - Nusaybin ilçesinde restorasyon çalışmaları süren ünlü Süryani Mor Yakup Kilisesi’nin duvarlarına kimliği belirsiz kişiler tarafından sprey boyayla hakaret ve tehdit içerikli yazılar yazıldı.

M.S. 313 yılında inşa edilen ve ‘İnanç Projesi’ kapsamında Mardin Müzeler Müdürlüğü tarafından restorasyon çalışmaları sürdürülen kilisenin taş duvarlarına önceki gece kimliği belirsiz kişiler tarafından sprey boyalarla Türkçe, ‘Şerefsizler defolun’, ‘Nalettullah kafirler defolun’, ‘Siyonist güçler defolun’, ‘Siyonistler defol’, ‘Kafirler defolun’, ‘Siyonist köpekler’ ve Arapça ‘Allah u Muhammed’ ile ‘Ey Peygamber kafir ve münafıklara karşı savaş’ yazıldı.

Yazıdan örnek alındı
Mardin Müzeler Müdürlüğü sanat tarihçisi Mehmet Deniz ile İstanbul Üniversitesi restorasyon bölümü üyesi ve Mardin Müzesi Restoratörü Ural Züngor ve Arkeolog Süleyman Bayar da Mor Yakup Kilisesi’ne giderek yazıları inceledi. Kilise duvarlarındaki sprey boyadan örnek alan ekipler, tarihi dokuya zarar vermeden yazıların silineceğini söyledi.
Nusaybin Belediye Başkanı Ayşe Gökkan ile belediye meclis üyeleri de olayın ardından Mor Yakup Kilisesi’ne giderek, tehdit ve hakaret yazanları eleştirdi. Belediye Başkanı Ayşe Gökkan, bu davranışın Nusaybin’deki bütün halkları rahatsız edici nitelikte olduğunu belirterek, şöyle dedi:

“Belediyemizin de destek verdiği İnanç Parkı Projesi çalışmaları devam etmektedir. Dünyanın ilk üniversitelerinden Nusaybin Mor Yakup Kilisesi’nin etrafı restorasyon amacıyla tel örgülerle kapatılmış durumda. Nusaybin’de yaşayan Süryani, Kürt, Arap, Yezidi ve tüm halklara hakaret edilmiştir. Bu tek bir kişinin yapmış olduğu bir olay değil, tamamen organize bir iştir. Tek kişi tel örgüleri yırtıp yüksek yerlere bu yazıları yazamaz. Tüm kültürleri eşit gören bir birey olarak bu olayın takip ediyoruz. Olay esnasında saldırganların kullanmış olduğu bir kapak yerde bulunmuş ve tel örgülerin iki metresinde de parmak izlerinin mevcut olabileceğini düşünüyoruz. Emniyet bunların çalışmasını yürütüyor. Eğer tüm kültürlere saygıları varsa bu olayı derhal çözeceklerdir. Failleri bulunup cezalandırılıncaya kadar bu olayın takipçisi olacağız. Buna basit bir olay olarak bakmıyoruz. Mor Yakup tüm halkların değeridir ve herkes sahip çıkacaktır.”

Restorasyondan sonra açılacak
Nusaybin İlçe Emniyet Müdürlüğü ekipleri yazıları yazanları bulmak için ilçe merkezinde araştırma başlattı. Nusaybin ilçe merkezinin yanı sıra bazı köylerinde halen birçok Süryani aile yaşıyor. Kilise restorasyon çalışmalarının tamamlanmasından sonra ibadete açılacak

Montag, 5. Juli 2010

Aramäern liegt viel an Ampel

Delmenhorst
Gefüllte Weinblätter und Maultaschen hat Meryem Özcan (li.) mit anderen Frauen der aramäischen Gemeinde für die Besucher wie Inge Böttcher und Jürgen Stöver von der SPD vorbereitet. FOTO: Andreas Nistler

Vertreter der Parteien auf Gemeindefest

Sowohl Sozial- als auch Christdemokraten haben sich gestern beim Tag der offenen Tür der St.-Johannes-Gemeinde informiert. Sie kamen mit Aramäern ins Gespräch.
Von Julia Brünner
Delmenhorst. Große Sorge bereitet dem Vorstand der aramäischen Gemeinde die Verkehrssituation an der Nordenhamer Straße. Ihren gestrigen Tag der offenen Tür haben die Vorstandsmitglieder Iskender Sen und Meryem Özcan genutzt, um den politischen Vertreter ihre Anliegen zu schildern.
Am wichtigsten ist ihnen die Versetzung der Ampelanlage auf Höhe der Elsflether Straße, um besonders Senioren und Kindern einen sicheren und direkten Weg zur St. Johannes-Gemeinde zu ermöglichen. Zu den Gästen zählte CDU-Landtagsabgeordnete Swantje Hartmann, die einige Mitglieder aus der Frauen- und Senioren-Union um Käthe Stüve begleitet hat, und Dr. Michael Adam von der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft. Sie verstanden ihren Besuch als freundschaftliche Geste. „Viele von uns wissen, was es bedeutet, aus der Heimat vertrieben worden zu sein“, sagte Hartmann.
Inge Böttcher und Waltraut Kurzhals-Dingel vertraten den Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen. Allen lag daran, die Integrationsideen weiter zu intensivieren. Die Sozialdemokraten wollen den Kontakt zu den Frauengruppen der Gemeinde suchen. Es verbindet sie das Thema der Pflege von Angehörigen. Özcan kann sich für ihre Mutter nicht vorstellen, sie in ein Seniorenheim zu geben, da sie nicht Deutsch spräche und religiöse Rituale dort nicht berücksichtigt würden. Hartmann regte eine Zusammenarbeit mit der Caritas oder Diakonie an. Die aramäische Gemeinde plant eine Wiese für einen Spielplatz zu nutzen. Dafür ist allerdings eine Genehmigung von der Stadt nötig, klärte Adam auf.
dk-online.de / 2010-07-05

Friedliebendes Volk der Aramäer mit uralter Sprache

Kultur Aramäische Gemeinde öffnet die Türen –               

  370 Familien gehören dazu

Bild Fröhliches Volk: Die Frauengruppe der aramäischen Gemeinde tischte Köstlichkeiten auf. 
Der Vorsitzende Iskender Sen (rechts) erzählte.BILD: Timo Ebbers
    

Delmenhorst - Während im Clubhaus der aramäischen Gemeinde die Männer Karten spielen, sorgen die Frauen am Eingang für das Essen: gefüllte Weinblätter, Salate, Maultaschen aus Grieß und Couscous. Ein bisschen, wie man es aus türkischen Restaurants kennt. „Wir haben dieselbe Kultur, aber eine andere Religion“, erklärt Meryem Özcan von der Frauengruppe. Denn die Aramäer gehören zur Syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien. „Nichts Besonderes. Ganz normale Christen“, sagt Iskender Sen, der Vorsitzende der Gemeinde. „Wer seid ihr Aramäer? Das hat man mich oft gefragt“, berichtet er. Deshalb haben sie am Sonntag zum Tag der offenen Tür in ihre Kirche und in ihr Gemeindehaus geladen.

Die Aramäer sind ein Volk, das zwischen den Kampflinien lebt. „Wir kommen aus der Osttürkei, 60 Kilometer von der irakischen Grenze entfernt, wo die Kurden mit den Türken kämpfen“, erklärt Sen. Allgemein gilt das Verhältnis gerade zu den Türken als gespannt. So war es auch, als Sen 1980 mit etwa 20 weiteren Familien nach Delmenhorst kam. Inzwischen hat Sen, der für die SPD im Rat der Stadt sitzt, viele Freundschaften geschlossen. Das Zusammenleben funktioniert.

Stolz sind die Aramäer auf ihre Sprache. „Es ist die älteste Sprache der Welt, die Sprache Jesu. Das Hebräische, das Arabische, das kam alles erst später“, erzählt Sen. Für die Kinder gibt es einen Unterrichtsraum, in dem sie die schwierige Sprache lernen – neben dem täglichen Schulbesuch.

Inzwischen leben 370 aramäische Familien in Delmenhorst, etwa 2000 bis 2500 Aramäer insgesamt, schätzt Sen. Fast alle kommen aus dem osttürkischen Ort Mizinah und sind mit den Jahren ihren Verwandten gefolgt. „Wir fühlen uns hier wohl und wollen in Frieden leben“, sagt er.
nwzonline.de / 05.07.2010

Freitag, 2. Juli 2010

Semun Aslan (Geb. 1921)

"Der kommt nicht wieder", haben sie seiner Frau immer wieder gesagt
Armani-Anzug, Weste, Krawatte, maßgefertigter Hut. Was für ein feiner Mann, dachten die Leute auf der Straße. "Das Äußere war ihm wichtig", sagt sein Sohn Ercan, eins von Semuns zehn Kindern, "es war ein Spiegel seiner inneren Disziplin."
Schon der Anfang ist schwer. 1921 während der Christenverfolgung in der Türkei, wird Semun in die syrisch-orthodoxe Gemeinschaft der Aramäer hineingeboren. Er ist Türke - und er wird Christ, der die Bibel liest, immer wieder. In Bsordin, nahe der syrischen Grenze, wächst Semun beim Großvater, dem Erzpriester des Dorfs, auf. Es ist eine harte Kindheit geprägt von Feldarbeit und Religion. Der Großvater lehrt ihn lesen und schreiben, unterweist ihn religiös und öffnet seinen Blick. 30 Familien leben hier zwischen 25 Klöstern und Kirchen. 1936 stirbt der Ziehvater. Semun ist 13 Jahre alt. Das Dorf hilft.
Mit 21 Jahren heiratet er, doch das Glück währt nicht lange. Denn im folgenden Jahr wird ein türkischer Soldat im Dorf ermordet. Jemand hat Semun in der Nähe gesehen, es wird ein Haftbefehl ausgestellt. Semun glaubt nicht an Gerechtigkeit für Aramäer vor einem türkischen Gericht. Er flüchtet nach Syrien, heuert bei der französischen Fremdenlegion an.
Zu Hause wartet seine Frau. "Der kommt nicht wieder", sagen sie im Dorf. Und sie irren sich: 1947 steht Semun vor ihrer Tür. Kurz darauf wird er verhaftet und mit Schraubfesseln in die Provinzstadt gebracht. Wieder heißt es: Der kommt nicht wieder. Doch Semun kann seine Unschuld beweisen. Das Dorf feiert und kehrt zum Alltag zurück, Semun nicht. Er hat im Ausland viel Neues gesehen. Unerhört sei das, tuscheln die Nachbarn, als er sich mit seiner Frau zusammen zum Essen setzt. Dass er sich über die ersten vier Kinder, allesamt Töchter, freut, halten sie für verrückt. Mit Semun gelangt die große Welt ins Dorf. "Er war ein Vordenker und es war ihm egal, ob die anderen über ihn lachen", sagt sein Sohn. Sie lachen nicht mehr, als Semun eine Kornmühle baut. Das erspart den Bauern mühsame Wege, und Semun ist ein gemachter Mann.
1968 aber übernimmt er sich mit einer neuen, größeren Mühle. Alles muss er verkaufen. Die Familie zieht nach Medyat, eine Stadt mit 20 000 Einwohnern, vor allem Aramäer. Und wieder fängt er von vorne an. Semun wird Händler für Rohleder, Felle und Baumwolle. Die Arbeit als Mittler zwischen den bäuerlichen Produzenten und den Großhändlern ist genau die richtige für ihn. Er kann reisen, Leute treffen und verhandeln, und er kann seiner Familie ein gutes Leben sichern. Sein Stadthaus wird Bindeglied zum Dorf, aus dem er stammt, und Treffpunkt der Aramäer, Tag und Nacht geöffnet. Wer krank ist oder zu Ämtern muss, kann hier um Hilfe bitten. "Manche Leute blieben wochenlang. Das war selbstverständlich", sagt der Sohn. Ende der siebziger Jahre wird es für die Aramäer schwieriger in Medyat. "Wir gehörten zu den ersten Familien, die als religiöse Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Heute leben nur noch 1000 Aramäer in Medyat."
Nach einer Zwischenstation in Paderborn landet die Familie 1982 in Berlin. Semun ist nun ein Geschäftsmann ohne Geschäft und ohne Arbeitserlaubnis - und er ist dennoch zufrieden. "Uns Kindern hat er immer wieder gesagt, welch ein Glück es ist nach Deutschland gekommen zu sein." Als Vorsitzender der aramäischen Kirchengemeinde in Berlin findet der weltoffene Mann noch einmal eine Aufgabe. Er sorgt mit dafür, dass die Gemeinde in der Potsdamer Straße ihren festen Sitz bekommt. Dann macht er Platz für die Jüngeren und kümmert sich um seine kranke Frau.
Doch jeder weiß: Wer Rat braucht, kann sich weiterhin an Semun wenden. Kaum ein Aramäer in Deutschland, der ihn nicht kennt. "Wenn ich mit ihm unterwegs war, sammelten sich Leute um ihn, er konnte präzise und detailliert von den alten Zeiten und den ,rostigen Dingen’, wie es im Aramäischen heißt, erzählen." In der Bibel kennt er sich sowieso aus. Mit seinem fotografischen Gedächtnis verblüfft er Theologen und Bischöfe. "Bei großen Treffen kamen Menschen, die ich nicht kannte, zu ihm und küssten ihm die Hand." Ungebrochen bleibt Semuns Neugier und seine Disziplin. Mit weit über 80 kümmert er sich um seine Kleidung, rasiert sich täglich, bringt seine Hüte zum Auffrischen ins KaDeWe. Er bittet seine Enkelkinder, ihm Poker beizubringen, versucht sich an ihrer Playstation. Angst hat er nur davor, alt, gebrechlich und unselbstständig zu werden. Alt wird er, gebrechlich nicht. Mit 89 Jahren stirbt Semun Aslan.
Tagesspiegel.de / 02.07.2010