Dienstag, 21. Juni 2011

Bundestagspräsident zu Gast im Kloster Jakob von Sarug


FOTO: S. WAMERS

Warburg (sw). Auf seiner Fahrt ins Kloster Corvey legte Bundestagspräsident Norbert Lammert gestern Nachmittag einen einstündigen Stopp im Kloster Jakob von Sarug in Warburg ein. Dort wurde er von Erzbischof Julius Dr. Hanna Aydin empfangen. In der Kirche wurde der Besuch mit dem aramäischen "Vater unser" begonnen. Während des Aufenthaltes sprach Erzbischof Julius die politische Lage der Christen im Nahen Osten sowie das Schweigen der türkischen Regierung über den Genozid an den Armeniern vor knapp einhundert Jahren an. Auch der Zwist zwischen dem türkischen Staat und der syrisch-orthodoxen Kirche um die Besitzverhältnisse des Klosters Mor Gabriel in Südanatolien war ein Thema.

Bundestagspräsident Lammert betonte das Gebot der Solidarität: "Überall, wo Christen verfolgt und diskriminiert werden, müssen wir uns der Menschen annehmen. Das Gebot gilt für alle, denn Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht."

nw-news.de / 18.06.2011

Sonntag, 19. Juni 2011

Türkei: Segenswünsche für christlichen Abgeordneten

Kirchenrat Duncker: Sichtbares Zeichen dafür, dass die Christen Teil der Türkei sind

Westfalen/Ankara (17. Juni 2011). „Ein Hoffnungszeichen für die Christen in der Türkei“ ist für den westfälischen Kirchenrat Gerhard Duncker die Wahl von Erol Dora in das türkische Parlament. Mit ihm wurde erstmals seit über 50 Jahren am 12. Juni ein Christ als Abgeordneter in die Nationalversammlung gewählt.

Duncker ist in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) verantwortlich für die Beziehungen zu den Christen im Orient und für den Dialog mit dem Islam. In einem Schreiben an den Abgeordneten Erol Dora (47) und seine Glaubensgemeinschaft, die Syrisch-Orthodoxe Kirche in der Türkei, hat Duncker dem parteilosen Rechtsanwalt für seine Arbeit in der türkischen Nationalversammlung „viel Kraft und Gottes Segen“ gewünscht. Seine Wahl sei „ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Christen Teil der Republik Türkei sind“, schreibt Duncker, der neun Jahre lang als evangelischer Pfarrer in Istanbul tätig war.

Die syrisch-orthodoxen Minderheit, eine der ältesten christlichen Kirchen überhaupt, zählt heute in der Türkei etwa 10.000 Mitglieder, in Deutschland rund 40.000. Insgesamt leben in der Türkei noch 110.000 Christen. Das entspricht 0,2 Prozent der Bevölkerung.

Samstag, 18. Juni 2011

Dora'ya Süryani desteği


Dora'ya Süryani desteği

Politika / 18/06/2011

Dünya Süryaniler Birliği [SUA], BDP'nin desteğiyle Mardin'den bağımsız milletvekili seçilen Süryani asıllı Erol Dora'yı kutlayarak, destek mesajı verdi.

Cem EMİR

DİYARBAKIR - Dünya Süryaniler Birliği Kültür Kolu Başkanı Sabo Hanna imzasıyla, Dora’ya gönderilen destek mesajında, Cumhuriyet tarihinde ilk Süryani olarak meclise girmeyi başardığı kaydedildi. Dora’yı meclise taşıyan BDP’yi içtenlikle kutladıklarını belirten Hanna, "Türkiye tarihinde bu ilki başardığınız gibi daha bir çok ilklere adınızı yazacağınızdan eminiz. Bir devrim başardınız, kolay gelsin diyoruz. Diğer seçimlerden oldukça farklı nitelikte olan bu seçim, Cumhuriyet tarihinde önemli ve yeni bir sayfa açmıştır. Süryani halkı bugüne kadar muhtelif sebeplerden dolayı değişik partilere oy verdiyse de sorunlarına cevap veren bir partiyi bulamadıkları, tarihi tecrübelerle ortaya çıkmıştır. Bloğun adayları arasında Türkiye tarihinde ilk kez Süryani bir milletvekili adayı tjavascript:void(0)emsil edildi" dedi.

EN GÜZELİNİ BAŞARDINIZ

Süryani halkının bilinçli bir biçimde Dora’yı seçtiği kaydeden Hana mesajında şunlara yer verdi:
"Dünya çapında faaliyet gösteren Süryani bir kuruluş olarak özellikle katkısı olan ve emeği geçen herkese teşekkürlerimizi sunuyoruz. Belki de bir Süryani’nin yapabileceğinin en güzelini başardınız. Bundan dolayı girmiş olduğunuz bu yolda bir Süryani kuruluşu olarak arkanızda olacak ve elimizden gelen herşeyi yapmaya gayret göstereceğiz. Temennimiz, tüm Süryanilerin kültürel, siyasi ve sosyal haklarının gerçek bir temsilcisi ve savunucusu olmanızdır. Dolayısıyla tüm bunların güvence altına alınması için diğer etnik halkların katılımı ile Anayasa'nın değiştirilmesi ve demokratik, katılımcı ve çoğulcu yeni bir Anayasa hazırlanmasıdır. Tekrar Dünya Süryaniler Birliği ve bu kuruluşun başkanı sayın Johny Messo ve bütün üye federasyonlarımız adına sizi milletvekili görevinizde kutlar, işlerinizde en üstün başarılar dileriz."

Mittwoch, 15. Juni 2011

Christlicher Anwalt im Parlament: positives Signal für das Land

(Istanbul/Fidesdienst) - Der syrisch Orthodoxe 47jährige Anwalt Erol Dora erhielt bei den türkischen Parlamentswahlen am 12. Juni einen Sitz im Parlament des Landes. Wie Beobachter dem Fidesdienst berichten, bekräftigte er, dass er ,,Stimme der christlichen Gemeinden in der Türkei auf der politischen Bühne und insbesondere im Südosten des Landes sein wird."

Dora kandidierte in Mardin im Südosten der Türkei als unabhängiger Kandidat der Partei ,,Arbeit, Demokratie und Freiheit", die von der kurdischen ,,Partei für Frieden und Demokratie" (BDP) unterstützt wurde. Dora betont, dass er seine Wahl als Fortschritt für sein Land betrachtet, in dem ,,Minderheiten in der Vergangenheit als etwas Ausländisches galten". Die Türkei bewege sich heute auf eine Haltung zu ,,die das Konzept der Bürgerschaft erweitert und dabei mehr Integration fördert, auch wenn es um nichttürkische Volksgruppen und Kulturkreise geht." Man wünsche sich, dass alle ethnischen und religiösen Minderheiten des Landes sich in der Politik engagieren werden: ,,Dies wäre ein Zeichen dafür, das gleiche Rechte für alle garantiert sind", so Dora, ,,dies würde die Türkei zu einem besseren Land machen".

,,Die Wahl des Anwalts Dora ist in der Tat ein positives Signal für das Land", so der delegierte Vikar des Apostolischen Vikariats Istanbul, P. Lorenzo Piretto (op) in einem Kommentar für den Fidesdienst. ,,Dora ist als Anwalt bekannt. Oft vertritt er Christen bei gerichtlichen Verhandlungen und ist damit zum Bezugspunkt für den Schutz ihrer Rechte geworden. Es gibt Christen in verschiedenen Gemeinderäten, aber in Parlament war seit vielen Jahrzehnten kein Christ mehr vertreten", so der Dominikanerpater.

Zur Situation der religiösen Minderheiten in der Türkei betont P. Pieretto: ,,Die Regierungspartei AKP, die die Wahl gewonnen hat, setzte in letzter Zeit positive Zeichen der Öffnung, von denen wir hoffen, dass sie sich vervielfachen: von grundlegender Bedeutung ist der Anerkennung des Rechtsstatus für Religionsgemeinschaften. Ein positives Beispiel war vor kurzem die Rückgabe des Waisenhauses in Buyukada an das Ökumenische Patriarchat Istanbul, doch es gibt noch viele offene Fragen. Doch wir sind zuversichtlich, dass es einen solchen Rechtsstatus geben wird, wie es die Gestalt Europas vorsieht". Aus diesem Grund, so der Vikar weiter, ,,würde die Türkei, sollte sie der Europäischen Union beitreten, was die derzeitige Regierung entschieden fördert, sich anpassen müssen, was zu einer Anerkennung der Kirchen als moralische Instanz mit einer juridischen Persönlichkeit führen würde. Heute müsse in der Türkei ,,vor allem das Konzept von der Religionsfreiheit erweitert werden, das sich nicht allein auf die Kultusfreiheit beschränken darf." Doch ,,die öffentliche Meinung ist oft noch weit von diesen Problemen entfernt". Die christliche Glaubensgemeinschaft in der Türkei, so P. Pieretto abschließend, setze sich ein Jahr nach dem Mord an Bischof Luigi Padovese ,,weiterhin für den geschwisterlichen Dialog ein, in der Hoffnung dass dieses tragische Ereignis geistliche und konkrete Früchte tragen wird, insbesondere was die gegenseitige Achtung und Wertschätzung unter Gläubigen verschiedener Religionen anbelangt".

glaubeaktuell.net / 16.6.2011

Montag, 13. Juni 2011

Volker Kauder kritisiert Umgang der Türkei mit christlicher Minderheit


Religionsfreiheit darf nicht nur auf dem Papier stehen.

Konstanz (www.kath.net/ idea)
Kritik am Umgang der Türkei mit ihrer christlichen Minderheit übt der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Volker Kauder. Dem Bekenntnis der türkischen Regierung, dass alle Religionen Platz hätten, müssten nach wie vor auch Taten folgen, sagte Kauder der in Konstanz erscheinenden Tageszeitung „Südkurier“. Nach seinen Beobachtungen betreibt die Türkei unverändert eine „Politik der Austrocknung der christlichen Wurzeln“. So werde immer noch keine Priesterausbildung zugelassen.

Einem Jahrhunderte alten Kloster wie Mor Gabriel, dem geistlichen Zentrum der syrisch-orthodoxen Kirche im Gebiet Tur Abdin (Berg der Gottesknechte) im Südosten der Türkei, werde Land streitig gemacht. „Das geht nicht“, so Kauder. Die Religionsfreiheit dürfe in der Türkei nicht nur auf dem Papier stehen. Dem Politiker zufolge gibt es nur wenige Länder, in denen der Islam anderen Religionen erlaube, sich frei zu entfalten. Der Grund sei, dass islamisch geprägte Länder häufig keine echte Trennung zwischen der Religionsgemeinschaft und dem Staat kennen.

Die Kraft der Religion

Auf die Frage, warum er sich für Religionsfreiheit einsetze, antwortete Kauder, dass ein Politiker, für den das christliche Menschenbild Richtschnur sei, für die Achtung der Menschenrechte eintreten müsse. Dazu gehöre auch die Religionsfreiheit. Als Christ fühle er, so Kauder, eine besondere Verpflichtung, seinen Glaubensbrüdern und -schwestern beizustehen. Ihn erschütterten Berichte von verfolgten Christen, die wegen ihres Glaubens Jahre in einem stickigen Containergefängnis verbringen mussten.

Zugleich bewundere er den Mut, den diese Menschen aus ihrem Glauben schöpften. Als Beispiel nannte Kauder den katholischen Bischof in der chinesischen Millionenstadt Schanghai, Aloysius Jin. Der über 90-Jährige habe ihm von eigenem Leiden während der Kulturrevolution und von der derzeitigen scharfen Überwachung der Kirchen berichtet. Trotz ihrer Stärke habe die chinesische Regierung vor dem Papst im fernen Rom Angst. „Da ist mir wieder bewusst geworden, welche Kraft Religion haben kann“, sagte Kauder.

Kath.Net / 13. Juni 2011, 09:30

Erster Christ seit 50 Jahren im türkischen Parlament

Religiös-konservative AKP um Ministerpräsident Erdogan gewinnt Parlamentswahlen, verpasst aber angestrebte Zwei-Drittel-Mehrheit

Ankara, 13.06.2011 (KAP) Nach den Parlamentswahlen in der Türkei zieht erstmals seit einem halben Jahrhundert ein christlicher Abgeordneter in die türkische Volksvertretung ein. Nach dem vorläufigen Endergebnis vom Montag schaffte der aramäische Christ Erol Dora als unabhängiger Kandidat in der südostanatolischen Provinz Mardin den Sprung ins Parlament. Dora ist damit nicht nur der erste Christ im türkischen Parlament seit dem Militärputsch von 1960; er ist auch der erste Angehörige der alteingesessenen aramäischen Minderheit der Türkei, der es ins Parlament schafft.

Seine Kandidatur wurde von der Kurdenpartei BDP unterstützt, die insgesamt 36 Abgeordnete ins neue Parlament entsenden und damit wieder eine Fraktion bilden kann. Großer Gewinner der Wahl ist die religiös-konservative AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, die mit knapp 50 Prozent der Wählerstimmen zum dritten Mal hintereinander an die Regierung gewählt wurde.

In seiner Siegesrede am Wahlabend versprach Erdogan, seine Regierung werde für alle Bürger arbeiten, gleich welchen Glaubens oder Lebensstils; ausdrücklich nannte er dabei auch die christlichen Minderheiten. Die Opposition im neuen Parlament wird auch weiterhin von der kemalistischen CHP und der nationalistischen MHP gebildet, die auf rund 26 und 13 Prozent kamen und es zusammen mit den Kurden auf 224 Sitze im 550 Abgeordnete zählenden Parlament bringen.

Damit blieb der AKP die Zwei-Drittel-Mehrheit verwehrt, die sie zur Erarbeitung einer neuen Verfassung angestrebt hatte. Erdogan sagte, er werde auf die Oppositionsparteien und alle gesellschaftlichen Gruppen zugehen, um einen Konsens über die neue Verfassung zu suchen. Dies sei der Wählerwille.

kathweb.at / 13.06.2011

Freitag, 10. Juni 2011

Bischof-Überfall beschäftigt Bundesgerichtshof

Im April 2010 misshandelten sie einen 64-jährigen Geistlichen - Jetzt legen zwei Täter Revision ein


Bischof Julius Hanna Aydin (64) ist vor Gericht als Nebenkläger aufgetreten. Er wurde von Dr. Rudolf Wansleben vertreten. Foto: Ralf Benner


Von Ralf Benner

Warburg/Paderborn (WB). Der Überfall auf das Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Bischof Julius Hanna Aydin (64), beschäftigt weiter die Justiz. Zwei der drei im April zu hohen Haftstrafen verurteilten Männer haben Revision gegen das Urteil eingelegt, wie die Staatsanwaltschaft Paderborn am Donnerstag mitteilte.

Wegen des Überfalls auf den Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland hat die Staatsanwaltschaft jetzt auch gegen den mutmaßlichen Auftraggeber des Überfalls, Aslan K. aus Wiesbaden, Anklage vor der Strafkammer des Landgerichts Paderborn erhoben.

Dem 64-Jährigen, der sich seit dem 22. Februar dieses Jahres in Untersuchungshaft befindet, wird Anstiftung zu schwerem Raub und Körperverletzung vorgeworfen. Ein Hauptverhandlungstermin ist noch nicht anberaumt worden.

Die drei nach Ansicht der Staatsanwaltschaft unmittelbar handelnden Täter waren am 11. April von der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Paderborn wegen schweren Raubes und Körperverletzung verurteilt worden. Der Haupttäter, der 36 Jahre alte Syrer Fadi M. aus Wiesbaden, erhielt eine Gefängnisstrafe von sieben Jahren. Seine beiden Komplizen ­ der 23-jährige Türke Gökhan C. und der in Sri Lanka geborenen Dinesh V. (23), der die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt ­ wurden zu viereinhalb und fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Syrer Fadi M. und der Türke Gökhan C. haben gegen das Urteil jetzt Revision eingelegt. Mit der Revision muss sich nun der Bundesgerichtshof beschäftigen.

Der Bischof war am 15. April 2010 im Kloster St. Jakob von Sarug, dem Sitz der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, von den drei geständigen Männern überfallen, misshandelt, gefesselt, geknebelt und ausgeraubt worden. Cihan Ö. (30), ein ehemaliger Zellengenosse des Syrers Fadi M., hatte während des Prozesses ausgesagt und Aslan K. als Auftraggeber des Überfalls genannt. Seine Vernehmung durch die Polizei hatte auch zur Festnahme von Aslan K. in Wiesbaden geführt. Fadi M. hatte dem Zellennachbarn während der Untersuchungshaft Details über den Überfall verraten. Die Aussagen dieses Zellengenossen stuften Gericht und Staatsanwaltschaft als glaubwürdig ein.

Bei dem nun angeklagten Aslan K. handelt es sich um den ehemaligen Vorsitzenden des Diözesanrates der syrisch-orthodoxen Kirche, den innerkirchlichen Widersacher des Bischofs. Der hatte Aslan K. zwischenzeitlich exkommuniziert.

Gegen Aslan K. hatte die Staatsanwaltschaft Paderborn bereits im Jahr 2009 ermittelt. Der 64-Jährige soll Bischof Julius Hanna Aydin im Juni 2009 beleidigt und mit dem Tode bedroht haben. Das Verfahren wurde damals wegen Geringfügigkeit eingestellt.

westfalen-blatt.de / Freitag, 10. Juni 2011