Montag, 26. September 2011

Süryani çocuklara tarih şoku

Fotoğraf: MEHMET HALİS/DHA

26/09/2011 2:00


Ortaöğretim 10. sınıf Tarih kitabında Süryani tarifi: Osmanlı'ya ayaklandılar, refah için batı'nın çıkarlarına alet oldular...


Süryani çocuklara tarih şoku

RİFAT BAŞARAN

ANKARA- Milli Eğitim Bakanlığı’nın ortaöğretim 10. sınıflar için hazırladığı Tarih dersi kitapları, Süryanileri üzdü. Türkiye Cumhuriyeti vatandaşı olan Süryani öğrencilerin de okuduğu kitap, Süryanileri ‘ülkeye ihanet etmiş’ gibi gösteriyor.
Milli Eğitim Bakanlığı Talim ve Terbiye Kurulu’nun 2009 yılında ders kitabı olarak okutulmasına izin verdiği ortaöğretim 10. Sınıf Tarih kitabında Süryanilere yönelik yanlış bilgiler yer alıyor. Vicdan Cazgır, İlhan Genç, Mehmet Çelik, Celal Genç ve Şenol Türedi’nin yazdığı, editörlüğünü ise Doç. Dr. Osman Köse’nin yaptığı kitabın 65. ve 66. sayfalarında ‘Osmanlı Devleti’nde Süryanilerin Durumu’ başlıklı bilgilere itiraz eden Süryaniler, “Bu bilgiler eksik, yanlış ve bize karşı düşmanlığı körüklüyor” görüşünü savunuyor.

Düşmanlık nedeni


Süryanilerin kitaba yönelik ilk tepkisi, ‘tarihlerinin yanlış anlatıldığı’na yönelik. Ayrıca Süryanilerin Ermeni Kilisesi’ne bağlanmasıyla ilgili bilginin de eksik olduğu kaydediliyor. Kitapta 1. Dünya Savaşı sürecinde özellikle Rusların ve Avrupalı devletlerin kışkırtmasıyla Süryanilerin ayaklandığı, başarılı olamayınca büyük çoğunluğunun Anadolu’dan ayrıldığı ifade edilerek şöyle deniliyor:
“Lozan Antlaşması’na göre Süryaniler Türkiye Cumhuriyeti vatandaşı sayıldılar. ...Süryani göçü ekonomik nedenlerle son yıllarda artmıştır. Özellikle yurtdışına göç eden Süryaniler Batı’nın ekonomik refahı içinde yaşamak için o devletlerin siyasi ve dini çıkarlarına alet olmaktadırlar. 1915’te sözde Süryani soykırımı yapıldığı söylenmektedir. Süryaniler 1. Dünya Savaşı’nda Rusları destekleyerek taraf olmuşlardır. Süryanilerle mücadele savaş şartları içinde gerçekleşmiştir. Dolayısıyla soykırım söz konusu değildir. Süryaniler hiçbir sorunla karşılaşmadan dini ve sosyal faaliyetlerini gerçekleştirmişlerdir.”

Süryani yazar Markus Ürek’in kitaba itirazı ise şöyle:
“Süryanilerin tarihi, Süryanilere danışılarak yazılmalıdır. Süryaniler, orada gösterildiği gibi kötü bir topluluk değil aksine bütünlük içerisinde yaşamaya çalışan bir halk olmuştur. Genç ya da çocuk yaştaki insanlara tarihi bu şekilde öğretmektense daha objektif yazılması doğru olurdu. Bir ders kitabı, vatandaşlığı bütünleştirecek şekilde olmalı. Bu kitaptaki metin ülkedeki insanların Süryanilere daha farklı bakmasına neden olacak şekilde kaleme alınmış.”

Ürek, kitapta yazıldığı gibi bir Süryani ayaklanmasının da yaşanmadığını kaydederek, “Doğu Süryanileri, Kürt aşiretlerinin kendi üzerlerine gelmesi nedeniyle kendilerini korudu” dedi.

radikal.com.tr

Türkisches Schulbuch beschreibt Christen als Verräter


Christen seien aus wirtschaftlichen Gründen ausgewandert und im Westen "zum Werkzeug der politischen und religiösen Interessen geworden"


26.09.2011

Ankara, 26.09.2011 (KAP) Vertreter der syrisch-orthodoxen Christen in der Türkei haben die Darstellung ihrer Glaubensgemeinschaft in einem staatlichen Schulbuch kritisiert. Laut einem Bericht der Zeitung "Radikal" (Montag) werden die Christen in dem Geschichtsbuch für die zehnte Klasse als Landesverräter beschrieben, die aus wirtschaftlichen Gründen aus der Türkei ausgewandert und im Westen "zum Werkzeug der politischen und religiösen Interessen der dortigen Länder" geworden seien. Vertreter der syrisch-orthodoxen Christen beklagten laut dem Bericht, dadurch werde die Feindschaft gegen die christliche Minderheit noch weiter vertieft.

In den vergangenen Jahrzehnten hatten viele syrisch-orthodoxe Christen ihre Heimat in Südostanatolien verlassen, weil sie im Krieg zwischen dem türkischen Staat und den kurdischen PKK-Rebellen zwischen die Fronten geraten waren. Die meisten Auswanderer siedelten sich in Deutschland und der Schweiz an. In jüngster Zeit sind einige wieder in ihre alten Dörfer im Gebiet um das alte Kloster Mor Gabriel in der Provinz Mardin im Südosten der Türkei zurückgekehrt.
kathweb.at

Samstag, 24. September 2011

Die Odyssee der Aramäer



So sieht der Plan der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde von Bietigheim für ihre Kirche (links) aus. Das Gebäude rechts soll später und in einem größeren Abstand zum Gotteshaus gebaut werden. Die Aramäer hoffen auf ein Grundstück an der Ezelstraße, um ihr Projekt verwirklichen zu können. Zeichnung: Syrisch-Orthodoxe Gemeinde


BIETIGHEIM-BISSINGEN, 24. SEPTEMBER 2011

Christliche Gemeinde hofft, noch in diesem Jahr ein Grundstück für neue Kirche zu bekommen

Seit 2005 ist die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde auf der Suche nach einem Bauplatz für eine neue Kirche. Jetzt schöpfen die 300 aramäischen Familien Hoffnung, eine Möglichkeit bietet sich an der Ezelstraße.

Für Aydin Önverdi, den Sekretär der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde in Bietigheim-Bissingen, und den ersten Vorsitzenden des Kirchengemeinderates, Orhan Akman, ist die Suche nach einem Kirchen-Grundstück inzwischen eine existenzielle Aufgabe. Die Gottesdienste der Gemeinde finden seit gut 30 Jahren in der katholischen Kirche "Zum Guten Hirten" statt. Mit einer eigenen Kirche, so macht Önverdi deutlich, könne man vor allem die jüngeren Aramäer noch fester in die Gemeinschaft einbinden, die von Pfarrer Kis Afrim betreut wird.

Die Suche der Aramäer nach einem Grundstück für ihre neue Kirche in der Stadt hat sich in den letzten sechs Jahren zu einer Odyssee entwickelt. Immer wieder habe man seitens der Verwaltung Vorschläge gemacht, im Gespräch, so Önverdi, waren Flächen an der Mühlwiesenstraße und im Laiern. Dann habe jedoch das Raum- und Rahmenprogramm nicht gepasst, bis man schließlich, nach einem Grundstück an der Karl-Benz-Straße, eine Fläche an der Bahnhofstraße, gegenüber des Handelshofs, ins Auge fasste.

Die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde ließ zu diesem Zeitpunkt, 2005, erstmals Pläne für ihr Bauvorhaben machen. Geplant ist eine Kirche, 20 mal 33 Meter, und neun Meter hoch. Die Kosten für dieses Bauwerk, inklusive Grundstück, belaufen sich nach Abstrichen auf 3,1 Millionen Euro. Dieses Geld haben die Gemeindemitglieder zusammengebracht und es wird Eigenleistungen beim Bau geben. Der durch eine Bank aufgestellt Finanzplan steht, so Orhan Akman.

In einem ersten Schritt wollen die Aramäer die Kirche bauen, in einem zweiten Schritt, in fünf bis sechs Jahren, soll dann noch ein kleines Zentrum für die Pflege des Glaubens und vor allem der aramäischen Sprache hinzukommen.

Die Suche nach einem Grundstück ging auch nach der Fertigstellung der Pläne weiter. Nach der Bahnhofstraße war ein Grundstück auf der inzwischen abgeräumten Fläche des ehemaligen Bundeswehrdepots im Gespräch. Eine Option die sich, wegen geänderten Plänen der Stadt, wieder in Luft aufgelöst hat. Vorsitzender Akman sagt, man habe der Stadt dort auch nicht im Wege stehen wollen, jetzt aber stehe man wieder mit einem Plan für die Kirche da, ohne Grund und Boden zu haben.

Für die Aramäer zeigt sich jedoch ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Dies kommt in Form eines städtischen Grundstücks an der Ezelstraße im Industriegebiet Laiern daher, auf das sich nun alle Hoffnungen der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde konzentrieren.

An dieser Stelle, so Önverdi, lasse sich die Kirche verwirklichen und auch genügend Parkplätze einrichten. Damit würde ein lang gehegter Wunsch der Gemeindemitglieder in Erfüllung gehen, die nach der verstrichen Zeit der Grundstückssuche und der finanziellen Beteiligung zum Teil doch heftiger auf den Kirchen-Bau pochen würden.

Nun ziehen aber schon wieder dunkle Wolken auf. Plötzlich gibt es für die Fläche im Laiern noch zwei Mitbewerber. Ein Industrieunternehmen, als auch ein großer Dienstleistungsbetrieb. Die Entscheidung über die Vergabe fällt im Gemeinderat, vertröstet wurde die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde bis nach einer Klausurtagung des Gremiums, die Ende des Monats stattfindet.

Redaktion: JÖRG PALITZSCH

bietigheimerzeitung.de

Freitag, 16. September 2011

Landgericht verhängt zweijährige Bewährungsstrafe für Aslan Karatas

Julius Hanna Aydin .
Warburger Bischof | FOTO: NW


PADERBORN/WARBURG
Urteil im Prozess um Überfall auf Warburger Bischof

16.09.2011

Paderborn/Warburg (nw). Fast eineinhalb Jahre nach dem brutalen Überfall auf den Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland ist der Anstifter jetzt verurteilt worden. Das Landgericht Paderborn verhängte am Freitag gegen einen 64-Jährigen aus Wiesbaden eine zweijährige Bewährungsstrafe.

Er sei der Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung schuldig, entschied das Gericht. Hintergrund seien offenbar die heftigen Auseinandersetzungen in der syrisch-orthodoxen Kirche. Der 64-Jährige hatte im Prozess eingeräumt, drei Männer angestiftet zu haben, dem Bischof eine Abreibung zu verpassen. Die drei Männer waren bereits im April zu Haftstrafen verurteilt worden.

Mittwoch, 14. September 2011

Drahtzieher legt Geständnis ab

Beraten ihr weiteres Vorgehen (von links): Angeklagter Aslan K. und seine Verteidiger H.-Jürgen Borowsky und Prof. Dr. Ralf Neuhaus. Am Ende stand ein Geständnis. Foto: Marius Thöne


Mittwoch, 14. September 2011, - 02:20 Uhr


Überraschende Wende im Bischofsprozess – Maximal zwei Jahre Haft auf Bewährung für Aslan K.

Von Marius Thöne

Warburg (WB). Aslan K. war der Drahtzieher des Übergriffs auf den syrisch-orthodoxen Bischof Julius Hanna Aydin. Das hat der 64-jährige, innerkirchlicher Widersacher des Warburger Bischofs, gestern vor dem Landgericht Paderborn gestanden. Dem Geständnis vorausgegangen waren stundenlange Verhandlungen zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Nebenklagevertreter hinter verschlossenen Türen. Am Ende stand eine Vereinbarung: Aslan K. legt ein Geständnis ab, wird dafür aber höchstens zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das Urteil soll am kommenden Freitag gesprochen werden. Der Haftbefehl gegen K. wurde schon gestern aufgehoben. Er hatte seit Februar in Untersuchungshaft gesessen und zuletzt im Justizkrankenhaus in Fröndenberg gelegen.

Er habe zwar keinen Raub und keinen Überfall in Auftrag gegeben, dem Bischof wohl aber eine »Abreibung« verpassen wollen, ließ Aslan K. durch seinen Anwalt Prof. Dr. Ralf Neuhaus (Dortmund) während der Verhandlung verlesen. »Dazu gehörten auch Schläge«, hieß es in dem Geständnis weiter. Der Bischof habe seiner Kirche gegenüber ein schlechtes Verhalten an den Tag gelegt. Es sei aber nie seine Absicht gewesen, den Kirchenmann zu töten.

Den Wunsch einer Abreibung hat der frühere Diözesanratsvorsitzende Aslan K. an den späteren Haupttäter Fadi M. herangetragen. Dieser habe selbst »Probleme mit dem Bischof« gehabt, gab der Wiesbadener Aslan K. in seinem Geständnis weiter an. Er habe auch davon ausgehen können, dass Fadi M. nicht allein zur Tat schreitet, sondern mit Komplizen nach Warburg fährt.

Am 15. April 2010 überfielen Fadi M. und zwei Komplizen den Bischof in seinem Zimmer im Kloster St. Jakob zu Sarug in Warburg. Der Bischof wurde geschlagen, getreten, gefesselt, und ihm wurden mit Klebeband Mund und Nase verschlossen. Zudem wurde ihm als Zeichen der Demütigung der lange weiße Bart abgeschnitten. Die drei Täter wurden zu Haftstrafen zwischen viereinhalb und sieben Jahren verurteilt. Während des ersten Prozesses war Aslan K. als Drahtzieher des Überfalls auf den Bischof genannt worden. Gegen den Wiesbadener wird seit Juli vor der ersten großen Strafkammer des Paderborner Landgerichts unter Vorsitz von Bernd Emminghaus verhandelt.

Gestern Vormittag sollte zunächst der Bruder von Fadi M. Aussagen zur Rolle von Aslan K. machen. Die Verteidiger Prof. Dr. Ralf Neuhaus und H.-Jürgen Borowsky stellten allerdings fest, dass Nahir M. von der Polizei bei dessen Vernehmung falsch belehrt worden ist. Statt ihn auf das Zeugnisverweigerungsrecht Angehöriger hinzuweisen, machten die Beamten ihn lediglich darauf aufmerksam, dass er keine belastenden Aussagen gegen seinen Bruder machen brauche.

Viele Zuschauer verfolgten den Prozess. Als Bernd Emminghaus am Ende die Aufhebung des Haftbefehls verkündete, brandete Applaus auf.

westfalen-blatt.de

Aslan K. legt ein Geständnis ab


Eine Abreibung für schändliches Verhalten

Warburg/Paderborn (JS). Als das Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Erzbischof Dr. Mor Julius Hanna Aydin, im April vergangenen Jahres in seinem Warburger Kloster überfallen wurde, so geschah dieses im Auftrag des Wiesbadeners Aslan K. Das gab der 64-Jährige gestern Nachmittag vor dem Paderborner Landgericht zu und nannte klar als Motiv der Tat die Bestrafung des Kirchenoberhauptes.

Niemals habe er einen Raub oder einen Überfall in Auftrag gegeben, sagte der Wiesbadener, der jahrelang Diözesanratsvorsitzender in der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland gewesen war. Er habe – dem bereits wegen dieses Falles zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilten – Fadi M. gegenüber seinem Wunsch Ausdruck verliehen, dem Bischof "für sein schändliches Verhalten unserer heiligen syrisch-orthodoxen Kirche gegenüber eine Abreibung zu verpassen", so sein Geständnis.

Dazu hätten durchaus Schläge gehört, gab Aslan K. zu. Er habe sich an Fadi M. gewandt, der selbst Schwierigkeiten mit Aydin gehabt und auch die Situation der Kirche erkannt habe. Ihm sei klar gewesen, dass dieser bei Ausführung der Tat nicht allein sein würde.

Just dieses Handeln von Aslan K. dürfte der aktuelle Höhepunkt der Auseinandersetzung zwischen dem ehemaligen Diözesanratsvorsitzenden und dem Erzbischof sein. Seit Jahren gibt es in der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland einen Streit um den Verbleib von Spendengeldern, der schließlich in der Absetzung von Aslan K. und seiner Exkommunizierung durch Aydin gipfelte.

Fadi M. hatte in seinem eigenen Prozess, aber auch in der Verhandlung gegen Aslan K. als Zeuge wiederholt betont, dass er im April 2010 im Warburger Kloster Beweise für die Untreue des Geistlichen habe suchen wollen. Der Bischof habe "Millionen geklaut", sagte er noch vor drei Wochen.

Sieben Stunden lang dauerte gestern die Verhandlung gegen Aslan K. Immer wieder zogen sich die Verteidigung, der Vertreter der Staatsanwaltschaft und die Kammer zurück, um zu beraten. Am Ende stand schließlich das Geständnis, das das Gericht, wie es gestern ankündigte, mit einer Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren honorieren wird.

Eigentlich hätte am kommenden Freitag Erzbischof Aydin zum Sachverhalt gehört werden sollen, doch darauf wurde nun allseits verzichtet. Nach langen Verhandlungstagen und der Anhörung von zahlreichen Zeugen stehen damit dann nur noch die Plädoyers, die möglicherweise noch mehr Erhellendes zu den Hintergründen bringen werden, und die Urteilsverkündung auf dem Plan. Seit gestern ist Aslan K. wieder in Freiheit. Nach seinem Geständnis hob das Gericht den Haftbefehl auf – begleitet vom Applaus des vielköpfigen Publikums.

nw-news.de/ 14.09.2011

Dienstag, 13. September 2011

Geständnis in Paderborn: Prozess um Angriff auf Bischof Aydin vor Abschluss

13.09.2011 19:42 Uhr - WIESBADEN / PADERBORN

Der Prozess um den brutalen Überfall auf den Bischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland steht vor dem Abschluss. Der 64 Jahre alte Angeklagte aus Wiesbaden legte am Dienstag vor dem Landgericht Paderborn ein weitgehendes Geständnis ab. Im Gegenzug stellte ihm das Gericht eine Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren in Aussicht. Der Mann wurde aus der Untersuchungshaft entlassen. Das Urteil soll an diesem Freitag verkündet werden.

Bischof Julius Hanna Aydin war im April vergangenen Jahres in seinem Kloster in Warburg in Westfalen von drei Männern misshandelt und ausgeraubt worden. Das Trio wurde am 11. April wegen schweren Raubes zu langen Haftstrafen verurteilt. Seit Juli stand nun der 64-Jährige als mutmaßlicher Drahtzieher des Überfalls vor Gericht. Ihm wurde Anstiftung zum schweren Raub und Körperverletzung vorgeworfen.

Stundenlange Verhandlungen hinter verschlossenen Türen

Am Dienstag hatten Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Schwurgerichtskammer zunächst stundenlang hinter verschlossenen Türen verhandelt. Danach legte der 64-Jährige ein Geständnis ab. Er habe einen Syrer, der im April zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, damals ausgesandt, um dem Bischof für sein "schändliches Verhalten unserer syrisch-orthodoxen Kirche gegenüber eine Abreibung verpassen zu lassen". Dazu hätten auch Schläge gehört. Keineswegs habe er aber zu einem Überfall oder einem Raub aufgerufen, beteuerte der 64-Jährige.

Der Mann aus Wiesbaden, ehemaliger Vorsitzender des Diözesanrats, lag schon lange im Streit mit dem Bischof. Der hatte ihn vorübergehend sogar exkommuniziert. Bei dem Überfall hatten die Täter den Bischof gefesselt und geknebelt und ihm seinen langen weißen Bart abgeschnitten. Sie stahlen ihm Geld und einen Laptop
wiesbadener-kurier.de