Donnerstag, 9. September 2010

Mordversuch an Erzbischof Hanna Aydin aufgeklärt / Polizei nimmt drei Verdächtige fest


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VON HUBERTUS GÄRTNER

http://www.nw-news.de/_em_daten/_dpa/2010/09/08/aufmacher/100908_1638_kopten_aufmacher.jpg
Kloster | MONTAGE: ANDREAS FAHL

Warburg/Wiesbaden. Der brutale Überfall auf den Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Julius Hanna Aydin aus Warburg, ist für die Ermittlungsbehörden kein Rätsel mehr.

Wie der Paderborner Oberstaatsanwalt Horst Rürup auf Anfrage bestätigte, wurden gestern in Wiesbaden drei Männer im Alter von 36, 49 und 63 Jahren festgenommen. Einer der Tatverdächtigen solle dem Haftrichter vorgeführt werden, sagte Rürup.
Erzbischof Aydin, geistliches Oberhaupt der rund 80.000 Mitglieder der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, war am 15. April dieses Jahres an seinem Amtssitz in einem Kloster in Warburg von drei Männern überfallen worden. Das Opfer wurde zusammengeschlagen, mit einem Messer bedroht und beraubt. Auch sein Kopf soll unter Wasser gedrückt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelte daraufhin wegen versuchten Mordes. Die Täter waren in einem alten Mercedes geflohen. Dessen Halter ist einer der nun Festgenommenen.
Bischof hatte ihn aus der Kirche ausgeschlossen
Nach Informationen dieser Zeitung befindet sich unter ihnen auch der frühere Vorsitzende des mächtigen Diözesanrates der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Aslan K. (63). Oberstaatsanwalt Rürup wollte diese Information weder bestätigen noch dementieren.
  Aslan K. war von Julius Hanna Aydin im vergangenen Jahr zwischenzeitlich exkommuniziert worden. Aslan K. habe seine Machtposition als Vorsitzender des Diözesanrates wiederholt missbraucht, kritisierte der Erzbischof damals. Er warf dem Vorsitzenden des Diözesanrates zahlreiche Delikte vor. Unter anderem habe Aslan K. Mitglieder der syrisch-orthodoxen Kirche zusammenschlagen lassen und Spenden für private Zwecke missbraucht. Aslan K. sei "ein gefährlicher Mann", erklärte Aydin.

Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden soll sich Aslan K. für diese Anschuldigungen mit dem gewalttätigen Überfall in Warburg gerächt haben. Wie Oberstaatsanwalt Horst Rürup bestätigte, wurde DNA-Material am Klebeband gefunden, mit dem der Erzbischof seinerzeit gefesselt worden war. Das DNA-Material lasse sich "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" einem der Beschuldigten zuordnen.
Mehrfach gab es brutale Übergriffe
Innerhalb der syrisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft gibt es immer wieder sehr heftige Auseinandersetzungen um Macht und Einfluss. Mehrfach hat es bereits brutale Übergriffe gegeben.

nw-news.de / 08.09.2010

Zu weiteren Information siehe www.suryoyo-online.org 

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